RegTP - Peiler Norbert Neitzel
stürmt DX-Camp und verlässt es unter Lebensgefahr:
Am 7. September 2002 fand in der Nähe von Gronau
zum 8. Mal das mittlerweile schon als traditionell zu bezeichnende DX-Camp des
Radio Club Nord West (RCNW) direkt am Ufer des Drilandsees statt. Das Wetter und
auch die Stimmung unter den Besuchern waren ausgesprochen gut. Wieder einmal
hatten zahlreiche Kurzwellenhörer die Gelegenheit genutzt Ihre Hobbykollegen
und die Stationsbetreiber der immer noch recht regen Piratensenderszene zu
treffen und sich auszutauschen.
Gegen 12
Uhr Mittags wurden die ersten Antennen aufgebaut. Auch ein Drahtdipol für 48
Meter Kurzwelle wurde quer über das Camp gespannt und zu einem großen
Kurzwellensender geführt der immerhin 60 Watt zu leisten vermochte...
Einige
Beobachter dieser Sendeversuche standen der Sache allerdings skeptisch
gegenüber. Das DX-Camp in Gronau war schon in der Vergangenheit öfter als
Anlass genutzt worden um Sendungen auf Kurzwelle auszustrahlen...
"Na,
dann lass ich mal ein paar Fotos auf meinem Film frei um nachher die Aushebung
zu fotografieren" meinte ein Besucher dessen Namen hier nichts zur Sache
tut...
Unrecht hatte er nicht. Das Risiko
einer Aushebung war recht groß, da das Treffen nebst Wegbeschreibung lange Zeit
im Internet beworben wurde und Funkfahnder Norbert Neitzel dieses gern als
Informationspool für seine Ermittlungen gegen Piratensender und deren Betreiber
nutzt...
Nichtsdestotrotz wurde der Aufbau
der sehr spartanischen Sende und Studioausrüstung vorangetrieben. Die ersten
Sendeversuche sollten nicht von Erfolg gekrönt sein und so wurde der erste
Sendedipol mit Einspeisebalun gegen ein einfacheres Modell ohne Balun ersetzt.
Die
gemeinsame Installation der Anlage gelang einem offensichtlich technisch nicht
besonders versierten Camp-Besucher nur mit Mühe: "Wo schliesst man denn
den CD-Player an dem Mischpult an...?"
Die
ersten Testansagen blieben ungehört, weil der "DJ" nicht realisiert
hatte dass der Sender noch nicht an der Antenne sondern nur an einem Dummy Load, das
die gesamte Sendeleitung zu Testzwecken aufnahm sendet...
Darauf
hingewiesen sollte "Radio Dynamics" dann endlich auf Sendung
gehen. Aber auch hier sollte es Probleme geben. Der CD-Player, der nur ein
billiger CD-Walkman aus dem ALDI-Sortiment war, verweigerte aufgrund der starken
Hochfrequenzeinstrahlung vor Ort seinen Dienst. Erst der Einsatz einer
ausgeleerten und geerdeten Chipstüte in die das portable Gerät gelegt wurde,
ließ ihn wieder erklingen...
Fortan gab's
Polka und Schlagermusik satt. In einer Sendepause wurden von einem Campbesucher
"viele Grüße an Herrn Neitzel im Peilwagen" über den Äther
gebracht, der wohl in der Tat nicht unweit des Camps sein eigenes Domizil
aufbaute und das Treiben im Äther mitverfolgte. Kurz darauf begannen wieder die
"Programme", die ohne Kopfhörer und Soundbegrenzung über die Antenne
gingen. Meist zu leise, mal etwas zu laut. Typisch holländisches Piratenradio
halt, dass die "Zendamateurs" jenseits der deutsch-niederländischen
Grenze schon seit über 30 Jahren zelebrieren...
Einige
Stunden ging das so. Vom Grill gab's Nackensteaks, Grillwürste und Frikadellen.
Man redete, verstand sich und tauschte Erfahrungen aus.
Um
20:25 aber Tumult ! Im Schutze der Dämmerung stürmte Funkpeiler Norbert
Neitzel mit eiligen Schritten und entschlossener Miene nebst vier weiteren
Polizisten aus der Dunkelheit zielsicher in das Veranstaltungshaus in dem auch
der Sender untergebracht war. Offensichtlich war das Gelände schon vorher
observiert worden. Kameras waren bei der Aktion nicht gern gesehen und wurden
den Besuchern auch vereinzelt abgenommen.
Neitzel,
der bei solchen Einsätzen immer gern auf die Amtshilfe der Polizei
zurückgreift, hatte bei diesem Einsatz aber nicht allzu leichtes Spiel.
Während viele Besucher geschockt die Aktion beobachteten, gab es von einem
Besucher aus Ostfriesland mehr Zivilcourage. Ein gut 250 Pfunds-Kerl marschierte
lauthals protestierend auf Neitzel zu und wollte ihm ans Leder. Nur mit
Polizeigewalt und einer Ladung Pfefferspray konnte die brenzlige Lage etwas
eingedämmt werden. Der eigentliche Urheber von Radio Dynamics konnte bei
dieser Aktion nicht ermittelt werden. Pech nur für jenen Besucher, dass
ausgerechnet er sozusagen auf frischer Tat mit dem Mikro in der Hand
"ertappt" wurde.
Nach Aufnahme
seiner Personalien musste Neitzel - der mit der recht schweren Sendeanlage
einiges an Beweismaterial zu schleppen hatte - unter Polizeischutz aus dem
Gebäude gebracht werden. Norbert wurde von Polizisten zum Polizeiwagen eskortiert und samt der
sichergestellten Sendeanlage zu seinem Fahrzeug gebracht, das abseits vom Ort
des Geschehens geparkt war.
Am
gleichen Abend wurden von den Teilnehmern des Camps noch 200 Euro für den Bau
einer neuen Sendeanlage gespendet.
Mittlerweile
ist die Geschichte juristisch abgeschlossen.
Weitere
Reaktionen zum DX-Camp:
Norbert
Neitzel stürmt Free-Radio-Camp in Gronau
[8. September 2002] RegTP-Piratenfahnder Norbert Neitzel hat am Abend des 7.
September das DX-Camp am Drilandsee in Gronau gestürmt. Gegen 20.20 Uhr
Ortszeit tauchte er im Schutz der Dunkelheit mit vier Polizisten auf und
bescherte dem vom Camp auf 6276 kHz ausgestrahlten Radio Dynamix einen
vorzeitigen Sendeschluss. Augenzeugen berichten von einer überfallartigen
Aktion, bei der es zu tumultartigen Szenen kam. Die Polizei setzte Pfefferspray
ein. Zwei Besucher des Camps wurden leicht verletzt. Die Beamten mussten Neitzel,
der offenbar alleine vor Ort war, durch die aufgebrachte Menge eskortieren.
Beschlagnahmt wurden ein 50-Watt-Sender samt Modulator sowie ein CD-Spieler.
http://www.Vogelfreies-Radio.de
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Raid
beim DX - Camp ausführlicher Bericht mit exclusiv Foto`s
von Norbert N. folgen!!!
Norbert wir freuen uns auf Dich in 2003!!!
http://www.Driland.net
Besucher seit dem 9.9.2002