|
~Mondnacht~ ~Es
war als hätt' der Himmel die Erde still geküsst... Düster ist es im Zimmer, die Dunkelheit umhüllt mich. Doch das Alles scheint mir so unwichtig, ich habe nur sein zartes Gesicht vor Augen. Ich fühle mich fern von ihm, er ist so unerreichbar weit von mir. Mit einem zaghaften Schritt wage ich mich aus meiner dunklen Ecke. Ich will ihn fühlen, ihn spüren, nur einmal seine weiche weiße Haut berühren. Es ist die Begierde nach diesem wundervollen Wesen, welches friedlich schläft, diese Begierde, die ich schon so lange zu unterdrücken versuche. Wie durch Magie strecke ich meine Hand widerwillig seinem Antlitz entgegen. Der Bann ist plötzlich wie zerstört, als meine Hand das Mondlicht bricht. Schatten fallen auf seine sanften Gesichtszüge, schnell trete ich zurück, ich will diese Schönheit nicht vernichten. ...dass
sie im Blütenschimmer von
ihm nur träumen müsst~ Ist alles nur ein Traum, eine Illusion oder doch die Wirklichkeit? Mein Herz zerbricht in tausend Splitter, ihm so nahe zu sein, ihn aber nicht berühren zu können ist schrecklich für mich. Und ich bin mir sicher, dass er meine Gefühle niemals erwidern würde. Freundschaft......ich will mehr als eine einfache Freundschaft. Ich würde alles tun, alles dafür geben, würde er mich doch nur auch lieben. Aber ich kann ihn nicht zwingen, Liebe kann man nie erzwingen, man muss sie tief im Herzen fühlen. Und warum sollte er gerade mich beachten, wo er doch jeden haben kann? Vergessen kann ich ihn dennoch nicht. Ich habe schon so oft davon geträumt, glücklich mit ihm zusammen zu sein, doch dass ist nicht die Realität..........der Traum zerbricht. ~Die
Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht... Ich spüre einen leichten Luftzug, ein Schauer läuft mit kalt den Rücken hinunter. Ich sehe auf, bemerke jetzt erst, dass die Balkontüre offen ist. Der Vorhang weht kurz ins Zimmer, wie die Erscheinung eines Geistes. Dann hängt er wieder still. Ach könnte der Wind meine Gefühle nur mit sich nehmen. Ich sehe ein letztes Mal zu ihm hinunter, löse mich von seinem Anblick und trete leise auf den Balkon. Die Nächte scheinen jetzt immer kühler zu werden, es ist Herbst. Der Wind rauscht durch die Baumkronen, ein Blatt fällt vor meine Füße auf den kalten Boden. Langsam beuge ich mich hinunter, um es aufzuheben.... es ist ein schönes rotes Blatt. Ich spüre, wie mir stumme Tränen über die Wangen laufen, eine davon fällt auf das Blatt in meiner Hand. Kann ich denn keinen anderen lieben?....Ich gehe noch zu Grunde an dieser einseitigen Liebe. ...es
rauschten leis die Wälder, so
sternklar war die Nacht~ Meine Hand umschließt fest das Blatt, ich merke gar nicht wie ich es zerbreche. Als ich meine Hand wieder öffne, fliegen mir die kleinen Stücke davon....wie die Scherben meines gebrochenen Herzens. Das Rauschen des Windes wird immer stärker und es riecht nach Regen. Ich spüre schon wie die ersten Tropfen lautlos auf mein Gesicht fallen....immer mehr, es werden immer mehr. Der Regenschauer wird langsam zu einem richtigen Unwetter, die Regentropfen prasseln mir ins Gesicht. Ich bin nass, nass am ganzen Körper, aber was macht das schon? Mein Blick schweift hoch zum Himmel, so viele kleine Sterne am Himmel....ein Stern so unbedeutend, so bedeutungslos wie auch ich. Trotz allem dringt das Licht jedes einzelnen bis zur Erde hinunter, so hell und klar. ~Und
meine Seele spannte weit
ihre Flügel aus... Der kalte Regen peitschte auf mich nieder, selbst der Himmel scheint mich für meine Liebe bestrafen zu wollen. Schritt für Schritt nähere ich mich der Brüstung des Balkons, ich fühle mich so kraftlos.... krampfhaft klammere ich mich am Geländer fest, es ist eiskalt. Ich kann meinen Atem sehen, ich zittere am ganzen Körper. Ich nehme meinen Blick vom Sternenhimmel, er wandert immer weiter hinunter, in die endlos schwarze Tiefe unter mir. Ich möchte endlich frei sein, befreit von dieser seelischen Qual. Himmel oder Hölle...es ist mir egal, vielleicht existieren sie nicht einmal. Ich will doch nur erlöst werden, meine Seele soll ihre Ruhe finden. Ob es wohl tief genug ist?.....Tief genug, diesem Leben ein Ende zu setzten? ...flog
durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus~ Der Regen hört plötzlich auf, es herrscht Totenstille...eine grausame Stille, als ob alles nur darauf wartet, was ich jetzt tue. Seid gespannt, wie werde ich mich entscheiden...? Wer sollte mich schon vermissen, um mich trauern, Tränen für mich vergießen? Ich kenne die Antwort schon......niemand. Der Gedanke alles zu beenden, kreist wirr in meinem Kopf herum, nur wenige Augenblicke trennen mich noch von meiner Erlösung. Ich schaue noch einmal auf zum Himmel...das letzte mal. "Tu's nicht!..."; Selbst kurz vor meinem Tod höre ich immer noch seine Stimme in meinem Kopf... Ich beuge mich zögernd über die Brüstung, doch was ist das?...So warm und zärtlich. "....lass mich nicht allein, ich liebe dich auch..." Wie lange habe ich darauf gewartet, diese Worte von ihm zu hören... ist das ein Traum? Ich fühle einen sanften Kuss auf meiner Wange, mir wird so warm ums Herz. "...Kaoru." Ich bin in seinen Armen, kann seine Nähe spüren, diese Geborgenheit....es ist real! |