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Zentralverriegelung für Trabant

Diese Variante basiert auf den im Handel üblichen Nachrüst-Universal-Zentralverriegelung en (z.B. Conrad 845060-22). Nach den Bedürfnissen des Anwenders gestaltet sich hierbei ein breites Preisspektrum, von ca. 80 DM für einfache Verriegelungen in 2türige PKW über ca. 100 DM teure Anlage für 4türige PKW bis zu ca. 200 DM teure Pakete für 4türige PKW mit Funkfernbedienung. Zu bevorzugen sind Sets für 4türige PKWs, da diese Variante den Kabelbaum und Stellmotor für die Absicherung des Kofferraums beim Trabant bietet.

0. Vorwort

Diese Anleitung garantiert keine Funktionssicherheit, vorallem bei der Anfertigung der Schließbleche ist viel Gefühl und Zeit aufzuwenden, um eine optimale Form dieser Teile herauszufinden. Daher macht es wenig Sinn genaue Maße für diese Bleche anzuzeichnen, vielmehr sind die in den Abbildungen gezeigten Teile auch nur Produkt experimenteller Erfahrung. Vorallem an dem Kofferraummechanismus besteht die Notwendigkeit einiges einfacher und besser machen zu können. Wichtig ist vorallem beim Nachbau, die eingebrachte Denkweise zu erkennen und diese auf die beschriebene Methotik anzuwenden. Viel wird nicht auf Anhieb funktionieren, zum Teil kommt es dann aber auch nur auf eine gute Feinabstimmung an. Ziel war einfach nur eine Zentralverriegelung zu geringsten Kosten mit wenig Veränderung am Fahrzeug. Im Zeitaufwand ist 1 Tag anzusetzen. Diese Anleitung geht nicht auf das Verlegen und den Anschluß des Kabelbaumes ein. Auch eignet sich diese Anleitung nicht für jeden Trabant - nur auf die Bauform, in der der Griff aus Plaste ist.
Für Anregungen und konstruktive Kritik bin zwar offen, leiste jedoch keine Hilfe oder baue die notwendigen Bleche. An Fahrertür und Beifahrertür meine ich, sind keine Veränderungen nötig (2 Jahre Erfahrung). Mit dieser Anleitung setze ich keine besonderen Fähigkeiten voraus - nur entsprechendes Werkzeug, wie Feilen, Bohrer, Schraubenschlüssel und die Gabe die entsprechenden Teile anfertigen zu können.


1. fahrerseitige Tür
zusätzliches Material: 

  • 2 Gewindestifte M6, 25mm lang
  • 3 passende Muttern
  • 2 Unterlegscheiben
  • 1 20x40x1,5mm Blech , siehe Punkt 1.3
1.0 Vorbereitung
Türverkleidung entfernen, Griff abschrauben und abnehmen
1.1 Die Befestigung
Griff, bearbeitetes Locheisen, orginales Locheisen
Zuerst sollten die Langlöcher in den Locheisen erweitert werden, daß die Gewindestifte der Griffe durchpassen. Das erste Loch von Links an der linken Seite ist zu verbreitern, das fünfte Loch ist um ca 5mm zu verlängern und an dieser Stelle auch zu verbreitern.

passendes Locheisen
Danach ist der Verriegelungsmechanismus zu zerlegen.
 

1.2 Der Korb
Der Korb
Ich nenne dieses Teil mal den Korb, ein anderer Begriff ist mir nicht geläufig. Eine notwendige Veränderung hieran ist das Entfernen der unteren Kante (linkes Bild) z.B. durch ansägen und aufbiegen. 
1.3 Der Riegel
Der Riegel
Hauptgegenstand dieser Variante einer Zentralverriegelung ist dieses Blech. Dicke 1,5 mm, Breite ca. 20mm, Länge ca 40mm. Die Bohrung bei ca. 33mm ist zum Durchführen einer Verbindungsspeiche. Die Rundung der linken Seite sollte in den im Punkt 1.2 erwähnten Korb passen und genügend Spiel haben. Der Innendurchmesser der Bohrung ist 10mm, bei der auszufeilenden Form sollte zu Beginn die linke obere Aussparung nicht zu weit weggenommen werden - sie wird später korrigiert.
1.4 Kontrolle
Riegel und Korb geschlossen
Riegel im Korb einpassen und Spiel kontrollieren, der Riegel sollte sich leicht im Korb bewegen lassen. 

Riegel und Korb offen
oberes Bild - geschlossen Stellung
unteres Bild - geöffnete Stellung des Riegels
 

1.5 Kontrolle
Riegel mit Griff geschlossen
geschlossene Stellung, das Schloß sollte sich nicht durchdrücken lassen

Riegel mit Griff offen
geöffnete Stellung, durch die Schlitze im Korb ist die Aussparung im Riegel zu sehen. Es sollte darauf geachtet werden, daß die Aussparung mit dem Schlitz im Korb übereinstimmt. Wenn nötig ist die Aussparung nachzufeilen.

Durchgedr�cktes Schlo� durchgedr�ckt
geöffnete Stellung, das Schloß läßt sich leichtgängig durch Riegel und Korb durchdrücken - falls nicht, ist der Riegel nachzufeilen. Zu Empfehlen ist auch ein leicht keilförmiges Anfeilen der Nase, welche durch Riegel und Korb durchdrückt. 
 

1.6 Die Verbindungsspeiche
Verbindungsspeiche
Verbindungsspeiche
Der Stellmotor der Zentralverriegelung(5 Kabel) wird in der Mitte des sechsten und achten Langloches der Punkt 1.1 erwähnten Lochschiene montiert. Das Zusammengesetzte Griffstück wird in den im Punkt 1.1 erweiterten Langlöchern leicht angeschraubt. Der Stellmotor wird per Hand ganz herausgezogen und der Hebel des Riegels im Griffstück auf Stellung "geöffnet" ganz nach links gedrückt. Die Speiche wird von unten durch die Öse im Stellmotor geführt und in Höhe des Loches im Riegel markiert. An der markierten Stelle wird die Speiche dann gebogen und ca.2cm dahinter abgeschnitten.
geschlossen
geschlossen
ge�ffnet
geöffnet

Beide Stellungen (geöffnet/geschlossen) am Stellmotor werden nochmals überprüft und nachgerichtet. Das Schloß muß sich in der geöffneten Stellung Durchdrücken lassen ! Der Motor kann dann schon festgeschraubt werden. Die Schiene wird vom Griffstück wieder gelöst und die Speiche abgenommen. Zwischen Riegel und Korb sollte man etwas Fett bringen, daß der Riegel leicht im Korb gleitet. 
 

1.7 Einbau
Die Gewindebolzen im Griff müssen zum Einbau durch längere Bolzen ausgetauscht werden, dadurch wird am dünnen Ende des Griffstücks das Aufdrehen einer Mutter auf den Bolzen noch erforderlich.
T�r innen1
Der Griff wird in der Tür wieder angeschraubt. Danach wird die Verbindungsspeiche wieder durch den Stellmotor geführt und im Riegel eingehakt. Die Schiene mit dem Stellmotor kann dann auf den verlängerten Gewindebolzen mit den Muttern befestigt werden. Unter den Muttern die Unterlegscheiben nicht vergessen !

T�r innen

1.8 Testen und Nachregulieren
Nach dem Einbau sollte die Zentralverriegelung zum Nachregulieren probehalber in Betrieb genommen werden; also Stellmotor, Batterie, Relais mit Kabelbaum verbinden. Zu kontrollieren ist jetzt die Ansprechschwelle für den Stellmotor - die Zentralverriegelung soll schließen, wenn der Schlüssel unter leichten Druck in Stellung "Schließen" bewegt wird und öffnen, wenn der Schlüssel unter leichten Druck in Richtung "Öffnen" bewegt wird. Funktionieren soll das jeweils aus der Mittelstellung des Schlosses. Hierbei ist jedoch etwas Übung erforderlich. Falls jedoch nur eine Bewegung funktioniert, muß der Stellmotor durch Verschieben auf der Langlochschiene angepaßt werden.
1.9 Funktion
Die Verriegelung funktioniert wie folgt:
  • Schloßfunktionen mit Schlüssel sind wie vom Hersteller vorgesehen, wenn sich die Zentralverriegelung im "Geöffnet"-Zustand befindet, d.h. man kann auf- und zuschließen ohne Zentralverriegelung
  • Tür läßt sich mit den Schloßfunktionen des Herstellers nicht öffnen im "Geschlossen"-Zustand der Zentralverriegelung
  • Zustand der Zentralverriegelung wird dadurch geändert, daß das Schloß mit Schlüssel in Mittelstellung leicht hereingedrückt und mit Hilfe dieses Drucks der Riegel in die gewünschte Stellung bewegt wird mitbewegt wird. Dadurch wird die Bedienung der Zentralverriegelung über die normalen Schlüsselbewegungen möglich.


2. Beifahrertür

kein zusätzliches Material notwendig
2.0 Vorbereitung
Verkleidung abnehmen, Schloßmechanismus abschrauben und abnehmen
2.1 Einbau
Auf dem Blech, in welchem der Sechskant zum Öffnen/Schließen der Beifahrertür eingeschraubt ist, befindet sich bereits eine Bohrung. Durch diese wird eine Verbindungsspeiche von außen durchgeführt. Diese Speiche wird in die Tür gehangen und der Mechanismus wieder in der Tür befestigt. Durch die Öse des Stellmotor(5 Kabel) wird eine weitere Speiche geführt. Der Motor wird in der unteren rechten Ecke der Tür mit einer Metallschraube in einem vorhanden Langloch der Verkleidungsbefestigung angeschraubt. Der herausragende Sechskant zum Öffnen/Schließen wird dann auf Öffnen nach oben gestellt und der Stellmotor ganz herausgezogen. Die Speichen werden mit 2 Verbindungsblöcken miteinander verbunden. Die Verbindungsblöcke sollten möglichst weit voneinander auf den beiden Speichen befestigt werden.
2.2 Testen und Nachregulieren
Die Anlage sollte probehalber wie in Punkt 1.8 in Betrieb genommen werden. Nun sollten die Ansprechschwellen des Stellmotors ausgelotet werden. Der Stellmotor soll anziehen, wenn der Sechskant auf Schließen gedrückt wird und sich auseinanderschieben, wenn der Sechskant nach oben gedrückt wird. Durch Nachstellen an den Verbindungsblöcken kann dieser optimale Zustand erreicht werden. Der Stellmotor muß sich auch leicht bedienen lassen können, er muß fest und korrekt ausgerichtet sein.
2.3 Funktion
Nach optimaler Einstellung kann die Zentralverriegelung durch Benutzung des durch den Hersteller eingebauten Mechanismus auch auf der Beifahrerseite bedient werden. Dabei ist die Schloßstellung auf der Fahrerseite normal auf offen, die Türen werden durch die Zentralverriegelung gesperrt. Ohne Fernbedienung sollte man immer darauf achten bei Verlassen des Fahrzeugs den Schlüssel mitzunehmen. Es ist praktisch das Auto durch den Mechanismus auf der Beifahrerseite zu verriegeln und das Fahrzeug dann zu verlassen.


3. Kofferraum

 
zusätzliches Material:
  • ein Blechwinkel, siehe Punkt 3.1
3.0 Vorbereitung
Kofferraumklappe öffnen und Schloß in "Geschlossen"-Position schließen
Kofferraumschloß abbauen, linke Schraube herausschrauben und in Schloßkörper eingesetztes Blech entfernen
3.1 Der Blechwinkel
winkel
45mm lang, 40mm hoch, 1mm dick
Wichtig ist die kleine Bohrung, hier muß die Schraube vom Schloß durchpassen, um diese Bohrung wippt die Sperre.
Das Ende muß so gefeilt werden, daß der Winkel im Schloß genügend Weg hat und trotzdem genügend Widerstand gegen Verbiegen bleibt. Eine optimale Form findet man durch Versuchen heraus. Die große Bohrung kann kleiner ausfallen, es kommt hier nur auf die Befestigung mit dem Stellmotor(2 Kabel) an.

geschlossen
geschlossen

ge�ffnet
geöffnet

offen
im geöffneten Zustand muß sich der Metallkörper im Schloß an dem Winkel vorbei bewegen. Im gesperrten Zustand trifft der Metallkörper auf den Winkel.

3.2 Befestigung
Der Stellmotor wird an der zweiten Schraube des Schlosses befestigt, hierzu schneidet man von den Lochschienen ein Teil mit 2 Langlöchern ab und biegt dieses in der Mitte um ca. 135Grad. Zusätzlich müssen ca. 3mm Material von einer Außenkante der Schiene genommen werden, da der Schlosszylinder sonst nicht wieder zurückgezogen wird. An dem Blech, welches von innen gegen die Kofferraumklappe geschraubt wird, muß die linke Kante aufgebogen werden, damit der Winkel hier vorbei kann. Die gebogene Lochschiene wird am Schloßkörper so angeschraubt, daß der Zylinder in seiner Bewegung nicht eingeschränkt wird. Der Verriegelungswinkel muß leicht nach innen gebogen werden um an der Kofferraumklappe nicht zu schleifen. Durch Öse des Motors wird eine 20mm lange Schraube geschraubt, der Motor in eine günstige Stellung gebracht und an der gebogenen Lochschiene befestigt.

mit Stellmotor geschlossen geschlossen

mit Stellmotor offen geöffnet

3.3 Einbau
Die Schraube mit dem Befestigungswinkel wird aus dem Schloßkörper wieder herausgeschraubt und der Schloßkörper in die Kofferraumklappe gehalten. Von innen wird dann der Befestigungswinkel mit Stellmotor mit dieser Schraube befestigt. Das Schloß wird wie vom Hersteller vorgesehen wieder eingebaut. Zum Teil muß an der eingesetzten Sperre ein wenig gebogen werden, z.B. wenn die Feder nicht mehr genügend Spannung besitzt den Zylinder vollständig herauszubewegen. In dem Fall kann es vorkommen, daß der Metallkörper im Innern des Zylinders den Winkel blockiert und der Kofferraum nicht verriegelt ist. Ratsam wäre auch ein Abtragen dieses Körpers um ca.1 mm.
3.4 Funktion
Das Schloß der Kofferraumklappe muß sich auf Stellung "geschlossen" befinden, damit die Zentralverriegelung arbeiten kann. Möglich ist zwar auch das Öffnen über die normale Schlüsselfunktion, die Zentralverriegelung ist aber nicht in der Lage diesen Zustand in "geschlossen" zu schalten - daher muß mit normalen Schlüssel das Kofferraumschloss auch wieder in die "geschlossen"-Position gebracht werden.
4. Zusammenbau
Sollte alles so funktionieren wie in den Punkten Funktion beschrieben, sollte der Kabelbaum ordnungsgemäß verlegt werden. Nicht die passenden Kabeldurchführungstüllen vergessen !
Anschließen. Die Kabel sollten in der Fahrertür nicht an der Scheibe beim Hoch-/Herunterleiern hängen.
Verkleidungen wieder in den Türen anbringen.
Viel Spaß !
stefan@steku.net





zuletzt geändert am 22.05.2002 durch webmaster@2sk.de
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